
Kurz zusammengefasst
bluepos ist eine Kassensoftware der SCHULTES GmbH aus Wuppertal für Gastronomie, Hotellerie, Handel und Dienstleister. Sie läuft auf stationären Kassen, PCs, Tablets und Handhelds, nutzt eine Hardware-TSE von Swissbit, die vollständig offline arbeitet, und übergibt Kassendaten automatisiert an DATEV. Es gibt sie als Vollversion und als bluepos lite für kleinere Betriebe.
bluepos® ist eine Kassensoftware der SCHULTES Microcomputervertriebs-GmbH & Co. KG aus Wuppertal. Sie wird in Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel und Dienstleistungsbetrieben eingesetzt, läuft auf stationären Kassen, PCs, Tablets und Handhelds und erfüllt mit einer zertifizierten Hardware-TSE die Anforderungen der Kassensicherungsverordnung.
Ich arbeite mit diesem System, bin darauf zertifiziert und schule auch Betriebe darauf, die es schon im Einsatz haben. Dieser Artikel beschreibt, was die Software leistet und für welche Betriebe sie sich eignet. Wer noch grundsätzlich vor der Auswahl steht, findet die Entscheidungskriterien im Ratgeber Kassensystem-Anbieter auswählen.
Wer steht hinter bluepos?
Hersteller ist SCHULTES mit Sitz in der Bayreuther Straße 50b in Wuppertal. Das Unternehmen gibt über 40 Jahre Erfahrung mit Kassensystemen und mehr als 100.000 Installationen an. Die Software wird in Deutschland entwickelt, was bei Gesetzesänderungen wie der TSE-Einführung oder Anpassungen der DSFinV-K praktisch relevant ist: Die Vorgaben betreffen den Hersteller selbst.
Für den laufenden Betrieb bedeutet die Arbeitsteilung: SCHULTES entwickelt die Software, der Fachhändler richtet sie ein, schult und betreut sie. Ihr Ansprechpartner bei einer Störung ist nicht der Hersteller, sondern der Händler vor Ort.
bluepos und bluepos lite: Was ist der Unterschied?
SCHULTES bietet zwei Varianten an. bluepos® ist die vollständige Version mit dem gesamten Funktionsumfang, ausgelegt auf größere Betriebe und komplexere Anforderungen. bluepos® lite ist die abgespeckte Fassung für kleinere Betriebe.
Praktisch heißt das: Ein Imbiss mit einer Kasse, festem Sortiment und Barzahlung braucht selten mehr als lite. Sobald mehrere Kassenplätze zusammenspielen, mobil boniert wird oder eine Küchenanbindung dazukommt, führt der Weg zur Vollversion. Die Entscheidung sollte nicht am heutigen Stand hängen, sondern an dem, was in zwei Jahren realistisch dazukommt.
Welche Funktionen bietet bluepos für die Gastronomie?
Für den Tischservice bringt bluepos grafische Raum- und Tischpläne mit, dazu Tischnummernzuordnung und Belegungsübersichten. Bestellungen lassen sich mobil am Tisch aufnehmen. Zur Küche geht die Bestellung als digitaler Order-Bon oder auf einen Küchenmonitor, inklusive Menü- und Gangsteuerung.
Die Gangsteuerung ist die Funktion, deren Nutzen sich am schwersten auf dem Papier erklärt und am Abend am deutlichsten zeigt. Sie entscheidet darüber, ob Vorspeise und Hauptgang in der richtigen Reihenfolge in der Küche ankommen, wenn an einem Tisch acht Gäste unterschiedlich bestellen.
Wie sich Splitting, Bedienerverwaltung und Kellner-PIN im Alltag verhalten, beschreibt der Ratgeber Tischbestellung, Splitting und Kellner-PIN. Für die Anbindung an ein Hotelsystem gibt es eine eigene Schnittstelle, siehe Hotel und Pension.
Und für den Einzelhandel?
Im Handel liegt der Schwerpunkt auf der Artikelverwaltung im Backoffice und dem Kassenplatz mit Bonierung. Stamm- und Kundendaten lassen sich über Schnittstellen pflegen, ebenso die Übergabe an die Buchhaltung.
Für Betriebe, die stationär und mobil verkaufen, etwa ein Laden mit zusätzlichem Marktstand, ist relevant, dass lokale und mobile Anwendungen kombinierbar sind. Ein Sortiment kann so über eine Artikelverwaltung laufen, statt zwei getrennte Bestände zu pflegen.
Wie ist bluepos gesetzlich aufgestellt?
bluepos setzt auf eine Hardware-TSE von Swissbit, die vollständig offline arbeitet, und erfüllt damit die Anforderungen der KassenSichV. Das ist ein Unterschied zu Cloud-TSE-Lösungen: Die Sicherheitseinrichtung braucht keine Internetverbindung, um Aufzeichnungen zu signieren.
Für Betriebe mit unzuverlässigem Netz ist das der entscheidende Punkt. Ein Marktstand oder ein Foodtruck kann weiterkassieren, wenn die Verbindung wegbricht, ohne die gesetzliche Aufzeichnungspflicht zu verletzen. Was eine TSE technisch tut, erklärt der Ratgeber TSE-Pflicht einfach erklärt, den Vergleich der Betriebsmodelle der Ratgeber Cloud oder lokal.
Die Meldung der Kasse an das Finanzamt bleibt unabhängig vom System Ihre Aufgabe. bluepos übergibt melderelevante Daten im Format der DFKA-Taxonomie an DATEV Kassenmeldung, was die Zusammenstellung erleichtert, die Mitteilung selbst aber nicht ersetzt. Wie das Verfahren abläuft, steht im Ratgeber Kasse beim Finanzamt melden.
Was leistet die DATEV-Anbindung?
SCHULTES ist seit Oktober 2020 DATEV-Partner. bluepos nutzt den Datenservice Kassenarchiv und übergibt Einzelaufzeichnungen im Format der DFKA-Taxonomie oder als DSFinV-K-Export automatisiert in das DATEV Kassenarchiv online. Die Übertragung lässt sich zeitgesteuert einrichten, sodass sie ohne manuellen Eingriff läuft.
Für Betriebe, deren Steuerberater mit DATEV arbeitet, ist das der Unterschied zwischen einem automatischen Export und monatlicher Handarbeit. DATEV weist darauf hin, die fehlerfreie Dateiverarbeitung zu prüfen, ohne zu garantieren, dass der Funktionsumfang den individuellen Anforderungen entspricht. Der Abgleich mit Ihrem Steuerberater vor der Einrichtung lohnt sich also. Mehr dazu im Ratgeber DATEV-Schnittstelle im Kassensystem.
Was bietet die Cloud-Plattform my.bluepos?
Über my.bluepos® stehen ergänzende Funktionen zur Verfügung: eine Reporting-App, der digitale Kassenbon E-Bon, eine Online-Speisekarte und eine zentrale Administration für mehrere Standorte.
Die zentrale Administration ist vor allem für Betriebe mit mehreren Filialen interessant, weil sich Artikel und Preise an einer Stelle pflegen lassen. Der E-Bon ist eine Antwort auf die Belegausgabepflicht, siehe dazu Bonpflicht: Was gilt 2026. Für einen Einzelbetrieb mit einer Kasse ist der Nutzen dieser Plattform überschaubar, die Kernfunktionen laufen ohnehin lokal.
Auf welcher Hardware läuft bluepos?
Die Software ist für stationäre Kassen, PCs und Tablets ausgelegt, dazu für Handhelds und mobile Terminals einschließlich SmartPOS und SoftPOS. Lokale und mobile Anwendungen lassen sich kombinieren.
Das erlaubt Zwischenlösungen, die in der Praxis häufig gebraucht werden: eine feste Kasse an der Theke, ein Handheld für die Terrasse, im Sommer ein zusätzliches mobiles Gerät. Welche Zusammenstellung sinnvoll ist, hängt an den Wegen im Betrieb, nicht an der Software. Wer über ein Tablet als Kasse nachdenkt, findet die Abwägung im Ratgeber iPad-Kassensystem: Vor- und Nachteile.
Für welche Betriebe eignet sich das System?
Gut aufgestellt ist bluepos bei Tischservice mit mehreren Bedienern, bei Betrieben mit Küchenanbindung, bei DATEV-Buchhaltung und dort, wo das Netz nicht zuverlässig steht und eine Offline-TSE zählt.
Weniger Aufwand rechtfertigt das System, wenn ein Einzelbetrieb mit sehr kleinem Sortiment ausschließlich bar kassiert und keine Auswertungen braucht. Auch hier gilt aber die Meldepflicht, sobald eine elektronische Kasse im Einsatz ist. Wer wissen will, welche Anforderungen die eigene Branche stellt, findet die Übersichten unter Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Gesetzliche Vorgaben (z. B. zu TSE, GoBD, Kassenpflicht) und ihre Auslegung können sich ändern. Angaben zum Funktionsumfang folgen den Herstellerangaben, Stand August 2026, und können sich mit neuen Versionen ändern. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder an uns.
bluepos im eigenen Betrieb ansehen
Ob das System zu Ihren Abläufen passt, zeigt sich am schnellsten an Ihrem Tresen und nicht am Datenblatt. Ich komme vorbei, schaue mir die Wege an und zeige die Funktionen, die für Ihren Betrieb zählen. Wer bluepos schon nutzt und eine Schulung braucht: Das mache ich auch für Systeme, die ich nicht geliefert habe. Kostenfreie Ersteinschätzung anfragen
