TL;DR — Kurzzusammenfassung
Die DATEV-Schnittstelle überträgt Kassendaten automatisch an den Steuerberater — kein manueller Export, keine Fehler beim Übertragen. Das spart beiden Seiten Zeit und macht die Jahresabschluss-Vorbereitung deutlich einfacher.
Kurze Antwort: Der DATEV-Export am Kassensystem übergibt Ihre Umsätze, Buchungssätze und Steuerdaten in einem Format, das Ihr Steuerberater direkt in DATEV Kanzlei-Rechnungswesen einlesen kann — ohne manuelle Nacharbeit, ohne fehleranfällige CSV-Umformatierung, ohne Verzögerungen bei der monatlichen Buchhaltung. Wer diesen Export einmal sauber eingerichtet hat, spart bares Geld bei jedem Steuerberater-Honorar und vermeidet GoBD-Probleme bei der Kassenprüfung.
Warum der DATEV-Export so wichtig ist
Ihr Steuerberater arbeitet mit DATEV — das ist in Deutschland der de-facto-Standard für Buchhaltungssoftware in Steuerberatungskanzleien. Schätzungsweise über 90 Prozent aller deutschen Steuerberater nutzen DATEV-Produkte für die Mandantenbuchhaltung.
Das Problem ohne DATEV-Schnittstelle: Ihre Kasse erzeugt Tagesabschlüsse, Umsatzlisten und Z-Berichte — aber in einem Format, das Ihr Steuerberater erst aufwendig aufbereiten muss. Das kostet Zeit. Und Zeit beim Steuerberater kostet Geld.
Ein typischer Ablauf ohne DATEV-Export sieht so aus: Sie exportieren eine CSV-Datei aus der Kasse, schicken diese per E-Mail oder über einen Cloud-Ordner an die Kanzlei. Dort tippt ein Mitarbeiter die Buchungen manuell in DATEV ein oder versucht, die CSV-Datei per Makro zu konvertieren. Fehler entstehen, Rückfragen folgen, die monatliche Buchhaltung verzögert sich.
Mit einer echten DATEV-Schnittstelle am Kassensystem ist dieser Ablauf deutlich einfacher: Sie klicken auf „DATEV-Export", wählen den Zeitraum, und die Datei ist fertig. Ihr Steuerberater lädt sie direkt in DATEV ein — fertig. Kein manuelles Abtippen, keine Umformatierung, keine Rückfragen.
Für Gastronomen und Einzelhändler mit mehreren Mitarbeitern und hohem Belegvolumen ist das besonders relevant: Je mehr Transaktionen Ihre Kasse pro Monat verbucht, desto mehr Zeit spart ein sauberer DATEV-Export auf beiden Seiten.
Intern lesen: Unsere DATEV-Schnittstelle im Detail
Welche DATEV-Exportformate gibt es?
Nicht jeder „DATEV-Export" ist gleich. In der Praxis begegnen Ihnen hauptsächlich zwei Formate, die unterschiedliche Zwecke erfüllen.
DATEV Buchungsstapel (EXTF)
Das ist das modernere und verbreitetere Format. Eine EXTF-Datei (Extensible Transfer Format) enthält fertige Buchungssätze mit Kontonummern, Steuercodes, Gegenkonto und Buchungstext — genau so, wie Ihr Steuerberater sie in der DATEV-Finanzbuchhaltung benötigt. Das Kassensystem übernimmt dabei die Kontenrahmen-Zuordnung: Umsätze mit 19 Prozent Mehrwertsteuer gehen auf das Erlöskonto für Normalsatz, Umsätze mit 7 Prozent auf das Konto für ermäßigten Steuersatz usw.
Der Buchungsstapel ist das bevorzugte Format, weil er echte Buchungssätze liefert — kein Spielraum für Interpretationsfehler, keine manuelle Kontenzuordnung in der Kanzlei.
DATEV ASCII / DATEV-Format älterer Art
Ältere DATEV-Schnittstellen nutzen manchmal noch das klassische ASCII-Format. Es ist technisch einfacher aufgebaut und enthält im Wesentlichen Rohdaten zu Umsätzen und Zahlungswegen, die dann in der Kanzlei noch einer Buchungslogik unterzogen werden müssen. Einige ältere Kassensysteme bieten nur dieses Format an.
Die Empfehlung: Fragen Sie Ihren Steuerberater, welches Format er bevorzugt. In den meisten Fällen wird er den EXTF-Buchungsstapel vorziehen, da er direkt einlesbar ist und weniger Nacharbeit erfordert.
Stammdaten-Export
Manche Kassensysteme exportieren neben den Buchungssätzen auch DATEV-Stammdaten wie Debitorenkonten (zum Beispiel für Firmenkunden mit Rechnung) oder Artikelstammdaten. Das ist relevant, wenn Sie B2B-Umsätze über die Kasse abwickeln und Ausgangsrechnungen erzeugen.
DSFinV-K und DATEV: Was ist der Unterschied?
Diese Frage stellt sich in der Praxis immer wieder — und die Verwechslung kann teuer werden.
DSFinV-K (Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme) ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Exportformat für die Betriebsprüfung durch das Finanzamt. Wenn ein Prüfer kommt und Ihre Kassendaten anfordert, müssen Sie eine DSFinV-K-konforme Datei liefern können. Das Format ist durch das BMF genau definiert und enthält detaillierte Transaktionsdaten, Belegdaten, Kassenjournale und TSE-Informationen.
DATEV-Export hingegen ist für die laufende Buchhaltung gedacht — monatlich oder quartalsweise an die Kanzlei. Er enthält aggregierte Buchungssätze, keine Einzelbeleginformationen.
Kurz: DSFinV-K ist für das Finanzamt, DATEV ist für den Steuerberater. Beide sind nötig, beide müssen korrekt eingerichtet sein. Ein gutes Kassensystem beherrscht beide Exports.
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So richten Sie den DATEV-Export an Ihrem Kassensystem ein
Die konkrete Einrichtung hängt von Ihrem Kassensystem ab — die grundsätzlichen Schritte sind aber bei den meisten professionellen Systemen ähnlich.
Schritt 1: Kontenrahmen auswählen
Das A und O der DATEV-Integration. In den Einstellungen Ihres Kassensystems wählen Sie entweder SKR03 oder SKR04 als Kontenrahmen — abhängig davon, was Ihr Steuerberater verwendet. Diese Information ist wichtig: Fragen Sie Ihren Steuerberater, bevor Sie irgendetwas konfigurieren. Ein falscher Kontenrahmen bedeutet, dass alle Buchungssätze auf falsche Konten gebucht werden.
- SKR03 ist klassisch für Einzelunternehmer und kleinere GmbHs verbreitet
- SKR04 wird häufig von größeren Unternehmen und bei bestimmten Unternehmensformen verwendet
Schritt 2: Erlöskonten den Umsatzarten zuordnen
In Ihrem Kassensystem gibt es Warengruppen, Produktkategorien oder Artikelgruppen — zum Beispiel „Speisen", „Getränke", „Tabak", „Spirituosen". Jede Gruppe muss dem richtigen DATEV-Erlöskonto zugeordnet werden. Typische Konten sind:
- Erlöse 19 % MwSt (SKR03: ca. 8400, SKR04: ca. 4400)
- Erlöse 7 % MwSt (SKR03: ca. 8300, SKR04: ca. 4300)
- Erlöse steuerfrei (falls zutreffend)
Manche Kassensysteme erledigen diese Zuordnung automatisch anhand der hinterlegten Steuersätze. Bei anderen müssen Sie manuell zuordnen. Im Zweifel: gemeinsam mit dem Steuerberater oder dem Kassensystem-Betreuer einrichten.
Schritt 3: Kostenstellen einrichten (optional, aber empfehlenswert)
Wenn Sie mehrere Bereiche getrennt auswerten wollen — zum Beispiel Außer-Haus-Verkauf vs. Inhouse, oder Filiale A vs. Filiale B — können Sie Kostenstellen anlegen. Diese werden mit in den DATEV-Export übertragen und ermöglichen dem Steuerberater eine differenzierte Auswertung.
Schritt 4: Exportzeitraum und Rhythmus festlegen
Stimmen Sie mit Ihrem Steuerberater ab, in welchem Rhythmus er die DATEV-Daten erwartet — monatlich ist Standard. Tragen Sie einen festen Termin in Ihren Kalender ein: zum Beispiel immer am ersten Werktag des Folgemonats den DATEV-Export für den Vormonat erstellen und übermitteln.
Schritt 5: Mandantennummer eintragen
Ihr Steuerberater hat Ihnen eine DATEV-Mandantennummer gegeben. Diese gehört in die DATEV-Export-Einstellungen Ihres Kassensystems. Ohne korrekte Mandantennummer kann die Kanzlei die Datei nicht zuordnen.
Bei Fragen zur Einrichtung: Kontaktieren Sie uns direkt — wir helfen bei der DATEV-Konfiguration.
Was Ihr Steuerberater konkret bekommt
Ein vollständiger DATEV-Export aus einem professionellen Kassensystem enthält in der Regel folgende Informationen:
Buchungssätze nach Umsatzart: Aufgeteilt nach Steuersatz (19 %, 7 %, steuerfrei), mit Datum, Betrag, Gegenkonto (zum Beispiel Kassenbestand oder Bankkonto bei EC-Zahlung) und Buchungstext.
Zahlungswege separat: Barzahlungen, EC-Karten-Umsätze, Kreditkarten, Gutschein-Einlösungen — alle getrennt ausgewiesen. Das ist wichtig, weil der Steuerberater EC-Umsätze mit dem Bankkontoauszug abstimmen muss.
Trinkgeld: Trinkgeld ist umsatzsteuerlich und lohnsteuerlich ein Sonderfall. Ein gutes Kassensystem weist Trinkgeld separat aus — entweder auf einem eigenen DATEV-Konto oder zumindest als eigene Buchungszeile. Damit Ihr Steuerberater die korrekte steuerliche Behandlung vornehmen kann.
Tagesabschlüsse: Manche Systeme exportieren zusätzlich die Tagesabschluss-Übersichten als PDF oder CSV — als Kontrollmöglichkeit neben den DATEV-Buchungssätzen.
Storni und Rabatte: Stornierte Buchungen und gewährte Rabatte müssen im Export erkennbar sein. Ohne diese Information entstehen Differenzen zwischen Kassenumsatz und DATEV-Buchungssumme.
Je vollständiger und strukturierter dieser Export ist, desto schneller ist die Kanzlei fertig — und desto niedriger ist Ihre Steuerberater-Rechnung.
Mehr für Gastronomen: Kassensysteme für die Gastronomie
Häufige Fehler beim DATEV-Export
In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler bei der DATEV-Export-Einrichtung. Hier sind die häufigsten — damit Sie sie vermeiden.
Fehler 1: Falscher Kontenrahmen
SKR03 statt SKR04 oder umgekehrt. Die Folge: Alle Buchungssätze landen auf falschen Kontonummern. Der Steuerberater muss alles korrigieren oder ablehnen. Lösung: Vor der Einrichtung beim Steuerberater nachfragen, welchen Kontenrahmen er für Ihr Unternehmen verwendet.
Fehler 2: Steuersätze nicht korrekt hinterlegt
In der Gastronomie gilt: Speisen außer Haus (Lieferung, Straßenverkauf) 7 %, Speisen im Restaurant (bis Ende 2023 zeitweise 7 %, danach wieder 19 %), Getränke grundsätzlich 19 %. Wenn diese Unterscheidung in der Kasse nicht korrekt eingerichtet ist, exportiert das Kassensystem falsche Steuersätze in den DATEV-Buchungsstapel. Das führt zu Fehlern in der Umsatzsteuervoranmeldung.
Fehler 3: Exportzeitraum falsch gewählt
Doppelter Export desselben Monats oder fehlende Monate entstehen, wenn der Exportzeitraum nicht sorgfältig gepflegt wird. Manche Kassensysteme merken sich den zuletzt exportierten Zeitraum automatisch — andere nicht. Führen Sie eine einfache Exportliste, zum Beispiel in einer Excel-Tabelle.
Fehler 4: Mandantennummer falsch oder fehlend
Ohne korrekte Mandantennummer kann die Kanzlei die DATEV-Datei nicht dem richtigen Mandanten zuordnen. Kleiner Fehler, große Verzögerung.
Fehler 5: Trinkgeld nicht separat ausgewiesen
Trinkgeld, das in der Kasse als normaler Umsatz gebucht wird, verfälscht die Buchungssätze und kann zu falschen Umsatzsteuer-Anmeldungen führen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kassensystem Trinkgeld als eigene Buchungsposition behandelt.
Fehler 6: EC-Umsätze nicht abgeglichen
EC-Kartenzahlungen gehen nicht sofort auf das Bankkonto — es gibt Bearbeitungszeiten und Sammelbuchungen. Wenn der DATEV-Export EC-Umsätze nicht klar von Barzahlungen trennt, kann der Steuerberater nicht mit dem Kontoauszug abstimmen. Das führt zu Differenzen in der Buchhaltung.
Was kostet eine DATEV-Schnittstelle am Kassensystem?Das hängt stark vom Kassensystem ab. Manche Anbieter integrieren den DATEV-Export ohne Aufpreis in die Standard-Software, andere berechnen ein Zusatzmodul (Richtwerte ab ca. 5 bis 30 Euro pro Monat, Stand 2025). Beim Kauf oder bei der Einrichtung eines neuen Kassensystems sollten Sie explizit nach DATEV-Exportfähigkeit fragen und sich bestätigen lassen, welches Format unterstützt wird — EXTF-Buchungsstapel oder nur älteres ASCII-Format.
Muss ich für den DATEV-Export eine bestimmte Kassenversion haben?Nicht zwingend eine bestimmte Version, aber ein professionelles Kassensystem. Einfache Tablet-Lösungen oder günstige Registrierkassen bieten häufig keinen vollwertigen DATEV-Export im EXTF-Format. Wenn DATEV-Integration wichtig für Ihren Steuerberater-Workflow ist, sollte das ein Auswahlkriterium beim Kassenkauf sein.
Kann mein Steuerberater auch ohne DATEV-Export arbeiten?Ja — aber mit mehr Aufwand und damit höheren Kosten. Ohne direkten DATEV-Export muss die Kanzlei Ihre Kassendaten manuell erfassen oder aus CSV-Dateien importieren und umformatieren. Das ist fehleranfälliger und zeitintensiver. Viele Steuerberater verlangen für Mandanten ohne DATEV-Schnittstelle entsprechend mehr Zeit — was sich im Honorar niederschlägt.
Was ist der Unterschied zwischen dem Z-Bericht und dem DATEV-Export?Der Z-Bericht (Tagesabschluss) ist eine interne Kassenzusammenfassung — er zeigt Umsatz, Zahlungswege und Steuersätze für einen Tag. Er ist für die eigene Kontrolle und die GoBD-Pflicht wichtig, aber kein Buchhaltungsdokument im DATEV-Sinne. Der DATEV-Export hingegen erzeugt buchhalterisch verwertbare Datensätze, die direkt in DATEV eingelesen werden können. Beide ergänzen sich — der Z-Bericht als täglicher Beleg, der DATEV-Export als monatliche Buchhaltungsgrundlage.
Wie oft sollte ich den DATEV-Export machen?In der Regel monatlich — abgestimmt auf den Rhythmus Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung. Die meisten Unternehmen müssen monatlich oder quartalsweise eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Ihr Steuerberater benötigt die DATEV-Daten entsprechend rechtzeitig vor dem Abgabetermin (in der Regel bis zum 10. des Folgemonats). Stimmen Sie den genauen Zeitplan mit Ihrer Kanzlei ab.
Ist der DATEV-Export GoBD-konform?Ein DATEV-Export allein macht Ihre Kassenbuchhaltung noch nicht automatisch GoBD-konform. GoBD-Konformität betrifft die gesamte Kassensoftware und Datenhaltung — unveränderliche Protokollierung, Unveränderlichkeit der Buchungen, vollständige Aufbewahrung der Belegdaten. Der DATEV-Export ist ein Werkzeug zur Weitergabe dieser Daten an die Buchhaltung. Damit er korrekt funktioniert, muss das zugrundeliegende Kassensystem GoBD-zertifiziert oder -konform sein. Mehr dazu auf unserer Seite zu GoBD und TSE.
Hinweis: Alle Angaben in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Steuer- und buchhalterische Anforderungen können sich ändern. Klären Sie Ihre individuelle Situation immer mit einem zugelassenen Steuerberater.