
Kurz zusammengefasst
Verkündet ist die Kassenpflicht noch nicht, aber sie hat die erste Hürde genommen: Das Bundeskabinett hat am 23. September 2026 den Regierungsentwurf beschlossen. Er sieht die Kassenpflicht ab 1. Januar 2028 für Betriebe über 100.000 € Jahresumsatz vor und beendet für diese die offene Ladenkasse. Ausgenommen bleiben Betriebe mit Barumsätzen unter 12.000 € im Jahr. Bundestag und Bundesrat stehen noch aus.
Die geplante Registrierkassenpflicht würde Betriebe ab einem bestimmten Jahresumsatz verpflichten, ein elektronisches Kassensystem zu nutzen. Verkündet ist sie noch nicht, aber am 23. September 2026 hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf beschlossen. Als Stichtag nennt er den 1. Januar 2028.
Wichtig vorab: Auch nach dem Kabinettsbeschluss sind alle hier genannten Eckdaten geplante Werte. Bundestag und Bundesrat können sie im Verfahren noch ändern.
Was ist die Registrierkassenpflicht 2027?
Die Registrierkassenpflicht 2027 ist ein angekündigtes Vorhaben, das Betriebe ab einem geplanten Jahresumsatz von 100.000 € verpflichten würde, ein elektronisches Kassensystem mit zertifizierter technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) einzusetzen. Sie wäre, sofern die Reform wie angekündigt kommt, die erste generelle Pflicht dieser Art in Deutschland.
Bislang dürfen Betriebe ihre Bareinnahmen auch ohne elektronische Kasse erfassen. Der am 23. September 2026 beschlossene Regierungsentwurf nennt als Stichtag den 1. Januar 2028, ein Jahr später als im Koalitionsvertrag angekündigt. Ob dieser Termin gehalten wird, hängt vom parlamentarischen Verfahren ab.
Ist die Registrierkassenpflicht schon beschlossen?
Verkündet ist sie nicht, die Regierung hat sich aber festgelegt. Am 7. August 2026 legte das Bundesfinanzministerium den Referentenentwurf vor, am 23. September 2026 beschloss das Bundeskabinett daraus den Regierungsentwurf. Darin stehen die Umsatzschwelle von 100.000 €, die Ausnahme für Barumsätze unter 12.000 € im Jahr und der Stichtag 1. Januar 2028. Der Entwurf sieht außerdem das Ende der offenen Ladenkasse für die betroffenen Betriebe vor.
Das Kabinett hat zugestimmt, Bundestag und Bundesrat noch nicht. Details können sich bis zur Verkündung ändern.
Eckdaten wie die Umsatzgrenze, der Stichtag oder mögliche Ausnahmen können sich im Verfahren noch verschieben oder entfallen. Verlässliche Klarheit gibt es erst mit einem verabschiedeten Gesetz.
Einen Überblick über den politischen Stand bietet das Deutsche Handwerksblatt.
Wer wäre von der Pflicht betroffen?
Betroffen wären nach derzeitigem Stand voraussichtlich Betriebe mit hohem Bargeldanteil ab der geplanten Umsatzgrenze, insbesondere Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleister.
- Gastronomie: Restaurants, Cafés, Imbisse, Bars, Eisdielen
- Einzelhandel: Bäckereien, Hofläden, Kioske, Marktstände, Modegeschäfte
- Dienstleistung: Friseur- und Kosmetikstudios, Reinigungen, Freizeitbetriebe
Was bedeutet die geplante 100.000-€-Grenze?
Die geplante Grenze von 100.000 € Jahresumsatz soll voraussichtlich darüber entscheiden, welche Betriebe zur elektronischen Kasse verpflichtet werden. Ungeklärt ist, ob damit der reine Barumsatz oder der Gesamtumsatz gemeint ist.
Der Unterschied ist groß: Ein Betrieb mit 90.000 € Barumsatz und 60.000 € Kartenumsatz läge unter einer reinen Barumsatzgrenze, aber über einer Gesamtumsatzgrenze.
| Punkt | Geplant (Referentenentwurf 07.08.2026) | Aktuell gültig |
|---|---|---|
| Generelle Kassenpflicht | Pflicht ab 100.000 € Jahresumsatz | Keine generelle Pflicht |
| Offene Ladenkasse | Voraussichtlich nicht mehr zulässig für betroffene Betriebe | Weiterhin erlaubt |
| TSE | Bei Pflicht zwingend für betroffene Betriebe | Pflicht nur bei elektronischem System |
| Stichtag | Geplant 01.01.2028 | Kein Stichtag, keine Pflicht |
| Rechtsstand | Kabinettsbeschluss, noch nicht verkündet | Geltendes Recht |
Eine laufende Einordnung bietet auch der Überblick von ready2order (Update Juni 2026).
Zwei Grenzen, nicht eine: Gesamtumsatz und Barumsatz
In der Berichterstattung steht meist nur die Zahl 100.000 Euro. Der Regierungsentwurf arbeitet aber mit zwei Grenzen, und die zweite entscheidet in der Praxis häufiger.
Betroffen wäre ein Betrieb, dessen Gesamtumsatz im Jahr über 100.000 Euro liegt. Ausgenommen bleiben soll aber, wer im Jahr weniger als 12.000 Euro in Bargeld einnimmt. Es kommt also nicht allein auf den Gesamtumsatz an.
Ein Beispiel aus der Beratung: Ein Dienstleistungsbetrieb mit 160.000 Euro Jahresumsatz, der fast ausschließlich per Rechnung und Karte abrechnet und im Jahr vielleicht 8.000 Euro bar vereinnahmt, liegt über der Umsatzschwelle und unter der Bargeldgrenze. Ein Imbiss mit 90.000 Euro Umsatz, davon 70.000 Euro bar, liegt genau umgekehrt.
Welche der beiden Konstellationen auf Ihren Betrieb zutrifft, sehen Sie an Ihrem Zahlungsarten-Bericht, nicht an der Gewinn- und Verlustrechnung. Wenn Ihre Kasse die Zahlungsarten nicht getrennt auswertet, ist das die erste Zahl, die Ihnen für diese Einschätzung fehlt.
Beide Werte stammen aus dem Entwurfsstand vom 23. September 2026 und können sich im parlamentarischen Verfahren noch verschieben.
Was würde sich gegenüber der offenen Ladenkasse ändern?
Die offene Ladenkasse ist die manuelle Erfassung der Bareinnahmen ohne elektronisches System. Käme die Reform, dürften betroffene Betriebe diese Form voraussichtlich nicht mehr nutzen.
Wie die offene Ladenkasse aktuell funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Kassenpflicht und offene Ladenkasse.
Was sollten Betriebe jetzt tun?
Sinnvoll ist es, den eigenen Status zu prüfen und Handlungsoptionen zu kennen, ohne überstürzt zu handeln. Drei Schritte, die ohne Risiko möglich sind:
- Umsätze einordnen: Prüfen Sie, ob Ihr Jahresumsatz in der Nähe der geplanten 100.000-€-Grenze liegt, sowohl beim Bar- als auch beim Gesamtumsatz.
- Ist-Zustand klären: Nutzen Sie bereits ein elektronisches Kassensystem mit TSE, wären Sie auf eine etwaige Pflicht weitgehend vorbereitet.
- Optionen kennen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über passende Systeme, ohne sich festzulegen.
Was eine TSE genau ist, erklären wir in unserem Beitrag zur TSE-Pflicht sowie auf unserer Seite zu GoBD und TSE. Planen Sie eine Umstellung, hilft unsere Checkliste zur Kassenumstellung.
Vorbereitung ohne Druck
Ob und wann die Registrierkassenpflicht kommt, ist noch offen. Als Kassensystem-Experte aus Olfen berate ich Sie unverbindlich zur Einordnung Ihrer Situation.
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Die hier beschriebene Registrierkassenpflicht ist am 23. September 2026 vom Bundeskabinett als Regierungsentwurf beschlossen, aber noch nicht verkündet. Details können sich im parlamentarischen Verfahren ändern. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder rufen Sie mich an.
